@_vhd_ & @thdolby: Warum ich jetzt zwei Twitter-Accounts habe

by Volker Davids

Manchmal ist es notwendig aufzuräumen und die Strukturen den neuen Umständen anzupassen. In diesem Fall dem Informationsüberfluss meines Twitter-Accounts.
Damit bin ich offensichtlich nicht allein. Techcrunch berichtete gestern in “It’s Time To Hide The Noise” über den Versuch von Seesmic CEO @Loic Le Meur über 1200 Tweets in 20 Spalten seine Twitterclients zu verfolgen. Das Ergebnis: “I´m trapped in Twitterhell” and so do I. Daher habe ich mir überlegt, es ist Zeit für etwas Social Media Optimierung.

Ich bin zwar nicht CEO und hatte bisher auch noch nicht 1200 Tweets gleichzeitig in meinem Tweetdeck, doch auch meine 12 Spalten waren nicht wirklich übersichtlich. Auf Anraten einer Freundin habe ich mich dann dazu durchgerungen, mehrere Twitteraccounts zu nutzen.

Warum Aufräumen?

Unter @_vhd_ habe ich bisher so ziemlich jedes Thema aufgegriffen, dass mich interessiert hat. Ich habe über Social Media genauso getwittert wie über Online Marketing, Politik, Wissenschaft, Kultur, Unterhaltung und Sport, entsprechend vielen Twitterern bin ich gefolgt.
Da ich zudem anfangs jedem zurückgefolgt bin, der mir folgte, hatte ich bald über 700 “Friends”.

Natürlich kann man in vielen Twitterclienten Gruppen bilden und so die Friends filtern, um den Überblick zu behalten. Die Frage ist dann nur, warum soll ich aus “Netiquette” jedem Follower folgen, wenn ich ihn dann im “All Friends”-Stream sowieso keine Aufmerksamkeit schenken kann, weil er einer unter vielen ist, bzw. ihm erst gar keine Aufmerksamkeit schenken, weil ich mich sowieso nur auf meine Gruppen konzentriere. Mit “Friend”-sein hat das nur noch wenig zu tun und aus “Netiquette” wird so Heuchelei, oder?

Beeing social und beeing fair

80% des Twitterinhalts dreht sich um Banalitäten. 40% der Twitterer schreiben über sich selbst. Viele halten das für die Essenz des Social Web, doch für mich gehört diese Art der Kommunikation zu Facebook.
Denn Twitter kann viel mehr sein, als ein Tool zum Austausch von Befindlichkeiten. Ein wichtiger Punkt bei diesem “mehr” ist die Qualität und nicht die Quantität. Und Qualität war einer der Gründe, warum ich die Accounts gesplittet habe.

Für mich ist Twitter vor allem ein Nachrichtenkanal. Nirgends kann ich mich schneller über aktuelle Onlinethemen informieren und austauschen. Doch ich nutze diese Nachrichten in unterschiedlicher Intensität.
Ich arbeite im Online Marketing und da ist es für mich wichtig, mich über Entwicklungen im SEO, SMM, SMO, SEM usw. auf dem Laufenden zu halten. Es ist für mich aber auch wichtig, mich auf diese Nachrichten konzentrieren zu können. Ich möchte in diesem Kanal nicht lesen, was gerade der Hund auf der Wiese macht und auch nicht, dass die SPD doch die viel besser Partei ist oder

Tweets die ich nicht lesen mag #niveau

Privat interessiere ich mich aber auch für Politik, für Wissenschaft, Kulturelles, Tatort-Diskussionen oder Fussball-Anekdoten. Da kann über Wettendass gelästert werden oder diskutiert werden, ob Kreuzsex christlicher Nächstenliebe gleichkommt.

@_vhd_ & @thdolby

Die Entscheidung, denen, den ich folge, auch wirklich folgen zu können, hat mich also zu der Entscheidung bewogen, meine Accounts zu splitten. Ich nutze jetzt zwei Twitter-Accounts @_vhd_ & @thdolby.

Auf @_vhd_, twittere ich über Online Markting und Social Media Themen und ich folge nur Personen, die sich ebenfalls Schwerpunktmäßig diesen Themen widmen.
Auf @thdolby schreibe ich über Politik, Wissenschaft, Kultur und allerlei mehr. Ich folge mit diesem Kanal Twitterern, die sich entweder ebenfalls mit diesen Themen beschäftigen oder anderweitig witzig und interessant mit dem Medium umgehen.

Tweets, die ich lesen mag #niveau

Nutzer die sich für meine Tweets interessieren, selber aber mehr über Immobilien, HipHop oder Katzen twittern, werde ich zukünftig nicht zurück folgen, “Netiquette” hin oder her.
Höflich und fair ist es, “Friends” Aufmerksamkeit zu schenken und nicht, ihnen im Sinne einer qualitativen Masse ein Mehr in ihrem Counter zu geben und gleichzeitig anderen ein Weniger an Aufmerksamkeit zu schenken.

Das verstehe ich unter anderem unter Social Media Optimierung.

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